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Malteser Waischenfeld

Chronik

Gründung der Malteser in Waischenfeld

Jahrelang fehlte in Waischenfeld, das bereits in den frühen 60er Jahren im nördlichen Landkreis Ebermannstadt eine Art Kleinzentrum darstellte, eine Einrichtung im Bereich Rettungsdienst und Krankentransport. Aus diesem Grund ergriff der damalige Stadtpfarrer von Waischenfeld, Johannes Völker, die Initative.

Im Winterprogramm der Erwachsenenbildung lenkte er die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die praktische Nächstenliebe. Damit helfende Liebe jedoch am erfolgreichsten angewandt und in die Praxis umgesetzt werden konnte, waren entsprechende Sachkenntnisse erforderlich. Hierzu lud der eifrige Seelsorger den Malteser Hilfsdienst der Erzdiözese Bamberg nach Waischenfeld ein, um solche Ausbildungskurse abzuhalten. Starken Zuspruch erfreute sich der erstmals durchgeführte "Erste-Hilfe-Kurs" vom 16. Oktober 1964. Es nahmen 64 junge Leute teil, die sich für die Grundkenntnisse dieser lenbensrettenden Maßnahmen interessierten und von Herrn Lutz aus Bamberg ausgebildet wurden. Ein anderer Kurs stand unter der Leitung von Schwester Ottilie und behandelte Fragen der häuslichen Krankenpflege. An einem weiterführenden Sanitätskurs vom 7. Januar 1965 - 18. März 1965 nahmen ca. 30 Personen teil. Aus diesem letzteren Lehrgang ging nun eine Gruppe von 25 Sanitätern hervor.

Bereits im Mai des Jahres 1965 führte der Diözesanvorsitzende des Malteser-Hilfsdienstes, Ritter von Traitteur aus Forchheim, mit Vertretern der hiesigen Ortsgruppe die ersten Besprechungen durch. Ziel dieser Treffen war die Gründung eines örtlichen Sanitätszuges im Rahmen des zivilen Bevölkerungsschutzes. Die verhältnismäßig große Mitgliederzahl der Ortsgruppe Waischenfeld stellte eine günstige Voraussetzung für das Vorhaben dar. Die Herren Hans Schweßinger und Hans Eckert übernahmen die Vorarbeiten für die Gründung.

Um auch selbständig weitere Erste-Hilfe-Kurse abhalten zu können, nahmen Josef Berner aus Saugendorf und Hans Schweßinger aus Waischenfeld an einem Ausbilderkurs teil.

Der erste große Tag in der Geschichte des Malteser Hilfsdienstes Waischenfeld war die offizielle Gründungsfeier der Ortsgruppe des Malteser Hilfsdienstes Waischenfeld im Heckelsaal am 5. Dezember 1965. Vertreten waren die Diözesanleitung des MHD der Erzdiözese Bamberg, viele Ehrengäste, die Ausbilder, welche die ersten Kurse hier in Waischenfeld abhielten und eine große Zahl von Pfarrangehörigen aus Waischenfeld. An diesem Abend wurden auch die Ausbildungsbescheinigungen den vier Waischenfelder Ausbildern überreicht, sowie die Ausweise für häusliche Krankenpflege den zahlreichen neuausgebildeten Schwesternhelferinnen übergeben. Das Amt des Ortsbeauftragten übernahm Hans Eckert, während Hans Schweßinger als Kreisbeauftragter ernannt wurde.

Anfang des Jahres 1966 begannen nun die vier jungen Ausbilder die interessierte Bevölkerung in Erste Hilfe Kursen auszubilden. In vielen langen Abenden und oft weiten Wegstrecken opferten die Ausbilder dafür ihre Freizeit. Von Hohenpölz im Norden bis Bärenfels und Geschwand im Süden waren sie zum ausbilden unterwegs. In den ersten vier Jahren allein wurden insgesamt 57 Kurse durchgeführt. In der eigenen Ortsgruppe wurde der Ausbildungsstand in regelmäßigen Schulungsabenden verbessert und erweitert.

Gründung des 41. Sanitäts-Krankentransportzuges

Im März 1966 trafen die ersten Ausrüstungsgegenstände der Helfer des 41. Sanitäts-Krankentransportzuges ein.

Am 13. Mai 1966 folgte in einer kleinen Feier die Gründung und die Verpflichtung von 16 Helfern zum 41. LS-KTZ. Zugführer für den Standort Waischenfeld war anfangs Herr Lutz aus Bamberg.

Nach dem erfolgreichen Besuch der Katastrophenschutzschule in Wolfratshausen für Zug- und Unterführerausbildung übernahm Hans Seger als Zugführer mit Josef Berner aus Saugendorf als Gruppenführer den Krankentransportzug Waischenfeld. Die Unterkunfts- und Schulungsräume befanden sich damals im sogenannten "Steinhaus", einem früheren Rentamtsgebäude, in Waischenfeld.

Der erste Krankentransportwagen

Doch die jungen MHD-Mitglieder steckten voller Tatendrang. Schon bald wurde der Wunsch nach einem eigenen Krankentransportwagen laut, da bisher die Kranken und Verletzten nur mit PKW`s in die Krankenhäuser transportiert wurden. Mit Spenden und Unterstützung der Bevölkerung durch den Kauf von "Bausteinen" sammelten die Helferinnen und Helfer das nötige Kapital von ca. 24.00 DM. der erste Krankentransportwagen (KTW) konnte nun bestellt werden. Bereits am 14. Dezember 1966 konnte das neue Fahrzeug von Hans Eckert und Hans Schweßinger in Bamberg abgeholt werden. Die feierliche Segnung nahm Stadtpfarrer Johannes Völker vor. Anschließend wurde der Fahrzeugschlüssel dem Kreisbeauftragten Hans Schweßinger übergeben.

Bau von Garagen und Unterrichtsräumen

Jährlich wurde anfangs rund 140 Einsätze damit gefahren. Rund um die Uhr war das Fahrzeug nun einsatzbereit und die ehrenamtlichen Helfer bemühten sich stets um eine schnellstmögliche Einsatzzeit. Als Anrufstation und Einsatzkoordinator erwies sich die Selbständigkeit vom Kfz-Meister Hans Seger von Anfang an als die bestmöglichste Lösung. Untergestellt war der KTW damals in einer notdürftigen Garage neben dem "Steinhaus".  In früheren Jahren war es nicht selbstverständlich, dass das Fahrzeug mit Funk ausgestattet war, da zur damaligen Zeit der Funkverkehr nicht ausreichend ausgebaut war. Erst später wurden entsprechende Geräte installiert.

Im Jahre 1967 begann die Stadt Waischenfeld mit dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses. Dies war eine günstige Gelegenheit für den MHD Ortsgruppe auch gleich den Bau von 2 Unterstellgaragen für den KTW, sowie einen Schulungsraum und einen Lagerraum mit anzuschließen. In vielen freiwilligen Arbeitsstunden unterstützten die Mitglieder des Malteser Hilfsdienstes die Bauhandwerker und senkten somit den Baukostenanteil.

Am 22. September 1967 konnte dann die Einweihung des "Mehrzweckhauses" gefeiert werden. Seitdem finden Ausbildungsabende und regelmäßige Kurse im dortigen Schulungsraum statt. Auch das Material und die Ausrüstungsgegenstände des Katastrophenschutzes sind nun im neuen Lagerraum untergebracht.

Der 2. Krankentransportwagen / 10-jähriges Bestehen

Im Sommer 1973 waren mit dem ersten KTW bereits über 150000 Kilometer zurückgelegt, sodass ein neues Fahrzeug das Alte ersetzen und die kirchliche Weihe erhalten konnte. Im Rahmen eines Festaktes wurde am Sonntag, dem 22. September 1974 bereits das 10-jährige Bestehen gefeiert. Viele Ehrengäste wurden begrüßt und einige Mitglieder für langjährigen freiwilligen Dienst geehrt und ausgezeichnet.

Anfang Februar 1977 erhielt der Krankentransportzug sein erstes Fahrzeug vom Landratsamt Bayreuth. Es war ein bereits älteres Modell der Marke Ford Transit als Großraumkrankenwagen mit Platz für 8 Tragen. Bei einem Ausbildungszeltlager des MHD in der Erzdiözese Bamberg in Schederndorf bei Stadelhofen im Juli 1977 konnten die Waischenfelder Helfer erstmals bei einem Wettbewerb ihr Können und ihren Ausbildungsstand beweisen.

Dass die Waischenfelder Malteser kein Konkurrenzdenken besitzen, konnte man bei einer Großübung am 24 September 1977 feststellen. In der Zusammenarbeit mit der BRK-Ortsgruppe Ebermannstadt, der JUH Hagenbach und der ASB Ortsgruppe Gräfenberg galt es eine größere Anzahl von Verletzten auf der Jurahochfläche bei der Burg Feuerstein zu suchen, bergen und anschließend fachgerecht zu versorgen.

1978 wurde als Ortsbeauftragter Werner Hartmann ernannt.

Zuständige Rettungsleitstelle ist Bayreuth

Seit 1980  in Bayern die einzelnen Rettungsdienstbereiche neu in Leitstellen umgegliedert wurden, gehören die Waischenfelder Malteser zum Leitstellenbereich Bayreuth und werden von dort über Funkmeldeempfänger alarmiert.

Nachdem bis 1982 durch gestiegene Einsätze und Transporte mit dem KTW schon wieder 120 000 Kilometer gefahren wurden, begann diesmal die Auswahl eines neuen Rettungswagens. Man entschied sich anschließend für einen Mercedes Benz der von der Firma Binz nach neuestem technischen Stand der Notfallmedizin ausgestattet wurde um den hohen technischen Anforderungen gerecht zu werden. Am 14 März 1982 wurde das neue Fahrzeug vom damaligen Waischenfelder Stadtpfarrer, Herrn Dekan Josef Kraus, gesegnet und in Betrieb genommen.

Im Herbst 1982 wurde der Großraumkrankenwagen aus Altersgründen ausgesondert. Daraufhin erhielt der Krankentransportzug des Landkreises Bayreuth mit Standort Waischenfeld bis Ende des Jahres 1982 drei neue Krankentransportwagen, die jeweils mit vier Tragen komplett neu ausgerüstet waren.

Nachdem im Februar 1986 der Sanitätszug mit einen Gruppenfahrzeug ergänzt wurde, begannen die Überlegungen für eine Unterstellmöglichkeit. Nach langem Suchen und mit der Abstimmung des Landratsamtes Bayreuth wurde in der Sutte eine alte Scheune fachgerecht und in Eigenleistung als Garage umgebaut und im Herbst 1986 konnte der neue Unterstellplatz in Betrieb genommen werden.

Segnung eines weiteren neuen Rettungswagens

Am 17. Juni 1987 konnte der damalige Stadtpfarrer und Dekan Josef Kraus abermals die Segnung eines neuen Rettungswagens durchführen. Der noch gut erhaltene alte RTW hatte seinen Zweck erfüllt, da in vielen Einsätzen wieder über 150 000 Km gefahren wurden. Bis zum 1. Mai 1988 war der MHD Waischenfeld rund um die Uhr nur mit ehrenamtlichen Helfern einsatzbereit. Erst ab dieser Zeit versah ein hauptamtlicher Rettungsassistent zur Unterstützung der ehrenamtliche Helfer seinen Dienst in Waischenfeld.

25-jähriges Gründungsfest

Im Jahre 1988 waren 38 ehrenamtliche Helfer beim MHD Waischenfeld tätig.

Ende 1988 wurde mit der Planung des 25-jährigen Gründungsfestes begonnen. Zum 25-jährigen Jubiläum vom 20. bis 22. Juli 1990 unter der Schirmherrschaft von Gräfin Stauffenberg, konnte Stadtbeauftragter Werner Hartmann viele Gäste aus Nah und Fern im Festzelt begrüßen. Unter anderem den Diözesanleiter Wolfram von Spreti, Herrn Landrat Dr. Dietel, Bürgermeister Schweßinger aus Waischenfeld, Bürgermeister Dannhäußer aus dem Ahorntal, Vereine aus Waischenfeld, Vertreter vieler Ortsgruppen der Malteser, des BRK und der Feuerwehren.

Mit dem Ehrenteller der Malteser wurde den Gründungsmitgliedern Hans Schweßinger, Hans Huppmann, Hans Eckert und Hans Seger gedankt. Ebenso wurden langjährige Mitglieder der Waischenfelder Malteser geehrt. So wurde mit Fahrzeug- und Geräteschau, Fotoaustellung und zünftiger Musik drei Tage mit der Bevölkerrung gefeiert.

Neben der Teilnahme an verchiedenen Großübungen im Landkreis Bayreuth und mit benachbarten Feuerwehren wären noch einige Aktivitäten zu erwähnen:

1990 u.1992: 10,8 Tonnen Lebensmittel für die Armenküche in St. Petersburg gesammelt
1993,1995, u. 1997: 1. Platz für den MHD Waischenfeld beim Diözesanleistungswettbewerb
1999: Mitbetreuung von Kosovo-Flüchtlingen auf dem Flug nach Deutschland durch Helfer u. Helferinnen des MHD Waischenfeld
Die nächsten Jahre brachten die gewohnten Alltagsarbeiten im Rettungsdienst, Katastrophenschutz, in den Betreuungen von Festen und Veranstaltungen, in Erster Hilfe Ausbildung und der Aus- und Weiterbildung unserer Helferinnen und Helfer.

Aufbau der Schnellen Einsatz Gruppe (SEG)

Um bei größeren Unfällen, Großbränden oder anderen Katastrophen den regulären Rettungsdienst unterstützen zu können, beschloss man 1999 auch in Waischenfeld eine Schnelle Einstzgruppe (SEG) aufzubauen.

Ein vorhandener Arzttruppwagen wurde in Eigenleistung zum Materialwagen umgebaut und Dank der Unterstützung des Landkreises und der Diözesangeschäftsstelle konnte ein Mehrzweckfahrzeug angeschafft werden.

Am 30. April 1999 wurde das Mehrzweckfahrzeug nach der Segnung durch Pfarrer Dettenthaler von Herrn Landrat Dr. Dietel an die Malteser übergeben. Somit konnte die SEG ihren Dienst beginnen, für deren Ausbau 40 000 DM an Materialkosten ausgegeben wurden.

Neue Diensträume

Der nächste große Wunsch der Gliederung ging im Dezember 1999 in Erfüllung, als man die neuen Diensträume im Mehrzweckhaus in Waischenfeld umbauen konnte. Dank der Unterstützung von 1. Bürgermeister Pirkelmann konnte die ehemalige vermietete Wohnung nach den Wünschen des MHD Waischenfeld umgebaut werden. Die Materialkosten wurden vom MHD e.V. vorfinanziert und von der Stadt in 5 Jahresraten wieder zurückerstattet.

Im Juni 2000 konnten die neuen Räume gleichzeitig mit dem neuen Rettungswagen eingeweiht werden. Diese neuen Räume sind von der Stadt an die Malteser gGmbH vermietet und werden nun von haupt- und ehrenamtlichen Personal genutzt. 

Schneechaos BAB9, Amoklauf am Gutenbergynasium, Hochwassereinsatz Dresden

Allen aktiven Helferinnen und Helfer wird der erste Katastrophenernstfall, das Schneechaos in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2001 auf der A9 sicherlich unvergessen bleiben.

Die schrecklichen Ereignisse am Erfurter Gutenbergymnasium vom 16. April 2002 beschäftigten auch die Malteser aus Waischenfeld. Am 3. Mai 2002 um 5.00 Uhr morgens machte sich ein Teil der SEG Waischenfeld mit 15 Helfern, 1 Rettungswagen, 1 Krankentransportwagen, 1 Mehrzweckfahrzeug und dem Gerätewagen auf den Weg ins 220 Kilometer entfernte Erfurt um die Einsatzkräfte vor Ort bei der offiziellen Trauerfeier mit Staatsakt zu unterstützen.

Am 15. August 2002 um 0.30 Uhr wurde unsere SEG wieder alarmiert. Um 1.15 Uhr folgte die Meldung an die Leitstelle Abrückebereit mit 14 Mann, 1 Gerätewagen, 1 4-Tragen KTW und ein  Mehrzweckfahhrzeug. Von Bayreuth aus ging es um 5.00 Uhr weiter zum Sammelplatz Hof. Von dort dann weiter zum Hochwasseinsatzgebiet nach Dresden. Um 18.00 Uhr wurden wir nach Pirna verlegt. Am 17.08.2002 rückten unsere Helfer von Pirna ab in Richtung Standort, dort wo wir um 4.30 Uhr ankamen.  

Neues Fahrzeug für die SEG

Im Sommer 2003 wurde ein weiteres Transportfahrzeug angeschafft, um zusätzlich Ausrüstungsgegenstände für Betreuungseinsätze transportieren zu können. Für das Fahrzeug entstanden Kosten in Höhe von 10.700 Euro und für die Beladung und den Ausbau nochmals 13.000 Euro. Der Innenausbau wurde von uns nach bestmöglicher Raumausnützung durchgeführt. Deshalb wurde 2004 eine weitere Garage und für zusätzliches Ausrüstungsmaterial ein weiterer Lagerraum angemietet.

Einrichtung des Dienstes Helfer vor Ort

Im Januar 2006 begannen wir auch in Waischenfeld mit den Helfer-vor-Ort (HvO) Dienst. Dazu wurde ein neuer Defi-Lifepack 500 im Wert von 2100 Euro angeschafft.

Sehr viele dieser Anschaffungen und Investitionen konnten in den vergangenen 40 Jahren nur durch den freiwilligen Verzicht unserer Helfer auf jede Aufwandsentschädigung, die ihnen für Einsäze zustehen würde , getätigt werden. Nur dadurch ist es uns gelungen, unsere Ausrüstung immer auf den neusten Stand zu halten.

40-Jahre Malteser Waischenfeld

Im September 2006 konnten wir unser 40-jähriges Jubiläum feiern.

Bei den Maltesern in Waischenfeld sind derzeit 5 Hauptamtliche Kräfte, 2 Teilzeitkräfte, 2 Ärzte, 6 Rettungssasistenten, 9 Rettungssanitäter, 3 Rettungshelfer, 10 Einstzsanitäter und 13 Sanitätshelfer aktiv.

Stand: September 2006

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Sparkasse Bayreuth  |  IBAN: DE80773501100000310490  |  BIC / S.W.I.F.T: BYLADEM1SBT